Deutsche Galerien weigern sich, seine jetzt unter eigenem Namen laufenden Bilder auszustellen. In Italien ist man da weniger zimperlich: Sein aktuelles Projekt „Kairos“, initiiert von einem deutschen Mäzen, sorgte im Herbst für Aufregung in Venedig in der Bibliotheca NazionaleMarciana am Markusplatz.
Sebastian Schwarz wollte das renommierte Glyndebourne Opernfestival zu einer experimentierfreudigen Bühne machen. Dann gab er seinen Posten als Generaldirektor unerwartet ab. Seine Vision ist in diesem Jahr dennoch erkennbar – zum Beispiel in einer Inszenierung von Samuel Barbers Oper „Vanessa“.
Humorvolles Trauerspiel rund um weibliche Gefühle: Keith Warners Inszenierung von Samuel Barbers Oper „Vanessa“ (Tristram Kenton)
Richard Wagner „Fliegender Holländer“ auf Passionsboden. Sinn und Unsinn von Oper in Oberammergau
Der kleine oberbayerische Ort Oberammergau ist für die einen ein heiliger Wallfahrtort, für andere einfach nur sehr skurril. Bunte Lüftlmalerei, zahlreiche Jesus-Holzschnitzfiguren in Souvenirläden und ein Passionstheater, das alle zehn Jahre Schauplatz des ältesten Passionsspiels der Welt ist.
Doch was genau passiert zwischen den zehn Jahren in dem Theater, das immerhin 4500 Zuschauer fasst?
Valley liegt nicht nur in Amerika. Valley liegt an der Mangfallschlucht in Oberbayern und ist bekannt für die größte Orgelsammlung der Welt: Von der transportablen Reiseorgel bis hin zur großen Münchner Domorgel hat Denkmalpfleger Sixtus Lampl mehr als 60 Königinnen der Instrumente zusammengetragen.
Grundsteinlegung von Christoph Schlingensiefs Festspielhaus in Burkina Faso
Christoph Schlingensief hat in Burkina Faso den ersten Spatenstich getan und den Grundstein gelegt für sein Festspielhaus: In der Nähe von Ouagadougou entsteht bei dem kleinen Dorf Laongo ein ganzes Operndorf mit Schule, Theaterbühne, Werkstätten und auch einer Krankenstation. „Von Afrika lernen“ nennt Schlingensief sein Projekt – denn es geht ihm um ernsthaften Kulturaustausch.
Eine Uraufführung von Aribert Reimann und andere Eindrücke vom Avantgarde-Musikfestival
Spätestens seitdem Luciano Berios Schlussakte von Puccinis unvollendet gebliebenen Turandot vor zwei Jahren in Las Palmas uraufgeführt wurde, ist man auch in Deutschland auf das Musikfestival auf den Kanaren aufmerksam geworden. Dort soll nun das Aribert Reimanns Stück „Tarde“ mit dem Staatsorchester Stuttgart uraufgeführt werden. Aribert Reimann gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten in Deutschland. Als Opernkomponist mit Werken wie „Das Schloss“ und „Troades“ fand er internationale Anerkennung.
Im Jahr 2010 wird Deutschland wieder eine der europäischen Kulturhauptstädte stellen dürfen. Und schon jetzt steht ein gutes Dutzend bundesrepublikanischer Metropolen in den Startlöchern und bewirbt sich um den Titel. Denn Kulturhauptstadt Europas zu sein, das verspricht Tourismus und Wirtschaftsförderung, Bekanntheit und Attraktivität – und mit all dem Geld. So jedenfalls sollte man meinen. Im österreichischen Graz allerdings, das Anfang Dezember das Hauptstadtszepter an Genua und Lille weiterreichen wird, ist die Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen – in finanzieller Hinsicht jedenfalls.
Zwei Kirchtürme erheben sich aus dem Häusermeer, kantig, ineinandergeschoben, der eine hoch aufstrebend, der andere geduckt – zwei Gegenspieler, die das Gemälde im Gleichgewicht halten – das Gemälde heißt Die Türme über der Stadt. In hellen ockerfarbenen Tönen strahlt dieses Bild von Lyonel Feininger aus dem Jahre 1931 Leichtigkeit und Transparenz aus, trotz der Strenge der geraden Linien.
In der kleinen irischen Hafenstadt Wexford, 100 Kilometer südlich von Dublin hat vergangene Woche das 48. Festival of the Opera begonnen. Bis Ende Oktober stehen jeden Tag mindestens zwei Veranstaltungen mit klassischer Musik auf dem Programm, Kammerkonzerte, die Uraufführung des irischen Werkes „Wall of the Clouds“, drei Opernpremieren, eine Faust-Inszenierung, die Dreigroschenoper und vieles mehr. Die besondere Aufmerksamkeit des Opernpublikums ziehen wie jedes Jahr die Premieren selten gespielter Opern auf sich. In diesem Herbst fiel die Wahl auf Karl Goldmarks Oper „Die Königin von Saba“ von 1875, auf Umberto Giordanos „Siberia“ von 1903 und auf Stanislaw Moniuszkos Oper „Das Geisterschloß“.
Mostly Brahms-Musikwoche als Auftakt des neuen Programms (Bericht SWR 2, 4.6.1999)
Das Schloß Elmau, zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald, ist bereits seit Ende der 20er Jahre dieses Jahrhunderts bekannt für seine Musikkonzerte, ist Treffpunkt für die berühmtesten Künstler unserer Zeit gewesen, wie z.B. Yehudi Menuhin, Vicco von Bülow oder Hilde Domin.
Seit neuestem kann man aber auch noch ganz andere Töne von Elmau hören – Jazz-Festivals haben das frühere Programm bereichert, Symposien zu historischen und politischen Fragen sollen folgen Mit der neuen Leitung der Müller Elmau GmbH vollzieht sich ein Wandel im Image dieses traditionellen Musikzentrums, der zwiespältige Reaktionen hervorruft. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Dietmar Müller-Elmau.