Das „Kamerun Haus“. Eröffnung eines deutsch-kameruner Kulturstandorts in Yaoundé

Kamerun, das zentralafrikanische Land zwischen Nigeria, Tschad und Kongo, gehörte zu den deutschen Kolonien in Afrika. Viele Initiativen, auf deutscher wie auf kameruner Seite, versuchen, diese Zeit aufzuarbeiten, zu dekolonisieren. Seit einigen Jahre gibt es regelmäßig Gespräche zur Rückführung kameruner Objekte aus deutschen Museen, aber bislang noch keine Restitution. Eine umfangreiche Ausstellung zur deutschen Besatzung in Kamerun mit dem deutschen Titel „Staat Kamerun“ – in der erstmals Objekte auch aus deutschen Museen gezeigt wurden – sorgte vergangenes Jahr für viel Interesse. Immer wieder sind traditionelle Herrscher des afrikanischen Landes zu Gast in Deutschland, zum Beispiel im Humboldtforum, um über die Rückgabe zu verhandeln. Jetzt wurde in der Hauptstadt Kameruns ein „Kamerun Haus“ eröffnet. Und es heißt dort genauso „Kamerun Haus“ – auf Deutsch.

Bericht DLF Kultur Heute Januar 2026 www.deutschlandfunk.de/das-kamerun-haus-ein-neuer-deutscher-kulturort-in-yaound-100.html
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Unterwegs in Douala.

Das Erbe von Manga Bell. Neuer Umgang mit der Kolonialzeit in Kamerun Sonntagsspaziergang DLF

Von der Polizeistation, über das Justizministerium bis hin zum Denkmal für Reichskommissar Gustav Nachtigal – Kameruns Hafenstadt und Wirtschaftszentrum Douala ist geprägt von deutschen Bauten. Douala war die erste Hauptstadt des sogenannten Deutsch-Kamerun, bevor die Kolonialgouverneure nach Buea umzogen am höchsten Berg und Vulkan des Landes, dem Mount Kamerun.

Anfangs als Schutzgebiet des Deutschen Reiches deklariert, hatte das Deutsche Reich vor allem Interesse an den Bodenschätzen und dem Land der schwarzen Bevölkerung. Die Ziele wurden brutal umgesetzt. Der König der lokalen Duala-Bevölkerung Rudolf Mang Bell setzte sich für ein Aussöhnung zwischen seinem Stamm und den Kolonialisten ein. Sein Aufenthalt in Deutschland und Kenntnis der deutschen Sprache und Kultur verhinderte nicht seine Hinrichtung kurz vor Ende der deutschen Kolonialzeit. Jedes Jahr im August liegen im Zentrum von Douala Blumen an seinem Hinrichtungsort. Seine Urenkelin betreibt heute eine Kunstgalerie neben dem ehemaligen Palast.

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Neuer Umgang mit der Kolonialzeit in Kamerun

Vierteilige Serie im ORF 13.-16. Mai 2024

https://oe1.orf.at/programm/20240513/757270/Der-neue-Umgang-mit-der-Kolonialzeit-in-Kamerun-1

Bericht am 13.5.24 in Ö1 Radiokolleg

https://oe1.orf.at/programm/20240514/757321/Der-neue-Umgang-mit-der-Kolonialzeit-in-Kamerun-2

Bericht am 14.5.24 in Ö1 Radiokolleg

https://oe1.orf.at/programm/20240515/757373/Der-neue-Umgang-mit-der-Kolonialzeit-in-Kamerun-3

Bericht am 15.5.24 in Ö1 Radiokolleg

https://oe1.orf.at/programm/20240516/757424/Der-neue-Umgang-mit-der-Kolonialzeit-in-Kamerun-4

Bericht am 16.5.24 in Ö1 Radiokolleg

Was geht uns das an? Verfilmte Kolonialgeschichte.

Kameruner Dokfilmprojekt « Patrimoine et histoire coloniale 2021 »

Teilnehmer des Dokfilmprojektes

Die Black Lives Matter-Bewegung aus den USA gab den Ausschlag: Rund sechzig Jahre nach der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten diskutieren afrikanische Künstler, Journalisten und Wissenschaftler heute wieder verstärkt über die Folgen des Kolonialismus für ihre Länder. Während in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren nahezu ausschließlich die negativen Auswirkungen für die afrikanischen Gesellschaften betont wurden, flossen in die Diskussion der neunziger Jahre auch Überlegungen über mögliche positive Folgen ein. Heute sieht eine neue Generation die Debatte mit anderen Augen, ist auf der Suche nach einer präkolonialen Identität. Wie groß das Interesse daran ist, zeigten die Bewerbungen für ein Dokumentarfilmprojekt in Kamerun, in dem die Teilnehmer nicht nur die neuesten Videotechniken kennenlernen, sondern sich mit der deutschen Kolonialzeit Kameruns beschäftigen sollten. Drei Monate lang wurde diskutiert, geschrieben, gedreht und im Land herumgereist (Links zu den Filmen siehe unten).

Der Leiter des Projektes: Jean-Marie Teno, einer der bekanntesten Regisseure Kameruns, der seit den 70er Jahren in Paris arbeitet und die Oscar-Academy in Hollywood berät. Tenó gehört neben Jean Riene Bekólo zu den wichtigsten Regisseuren Kameruns.

https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=dira_DLF_6e84c6c7

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